Der Wellenformlieferungsdienst hat geklingelt


Eine Ode an meinen lieben Kollegen Merlijn van Veen

…und ein reflektierender Dialog über den tontechnischen Er­kennt­nis­ge­winn

EINLEITUNG

Im letzten halben Jahr hatte ich die Gelegenheit mal wieder selbst ein Seminar zu besuchen. 2x 4 Tage „Calibration & Design Techniques for Modern Sound Systems“ die es in sich haben. Wer erwägt das Seminar NICHT zu besuchen sollte sich meine Ausführungen selbstkritisch zu Gemüte führen. Wenn ich das zweiteilige Seminar in einem Wort zusammenfassen müsste so würde ich sagen „beeindruckend“. Gäbe man mir einen Satz so lautet er: Mit schier unerschöpflicher Energie begeistert der Querdenker Merlijn van Veen seine Gäste und lädt ein bisher nicht verknüpfte Zusammenhänge aus Grundlagenwissen und praktischen Rätseln zu entschlüsseln, er setzt dabei konsequent auf die Methode Vorhersagen zu treffen, diese zu verifizieren, Abweichungen zu verstehen sowie durch Inspiration und Neugierde seinen Werkzeugkasten ständig mit neuen Optionen zu bestücken die man bitte auch gegeneinander abzuwägen vermag. 

Im Folgenden erlaube ich mir eine höchst subjektive Zusammenfassung zu geben die dem potentiellen Interessent Aufschluss über das zu erwartende geben möge und gleichzeitig meinen Dank an Merlijn für die inspirierenden Tage zum Ausdruck bringt.

 

Merlijn van Veen ist ein begnadeter Organist, er spielt auf den Synapsen meines Verstandes eine Mischung aus bodenständigen Delta Blues und experimenteller 13 Ton Musik. Seine Ausführungen sind solide, geordnet und eigenständig aufgearbeitet wie bei Mississippi Fred McDowell wenn er bei Shake ‚Em On Down wechselt zwischen einer Dampflock die fest in den Gleisen fährt um dann alle 12 Takte auszubrechen und in der Luft zu tanzen wie der Holz Zug eines spielenden Kindes. Ein anderes Extrem seiner Ausführungen ist die permanente Benutzung aller 12 Töne die der gemeine Tontechniker zwar alle kennt, sich seiner aber zumeist nur zur Hälfte bedient. Eine besondere Spezialität von Merlijn ist die Zuhilfenahme eines weiteren 13. Tons der dem erfahrenen Teilnehmer zunächst völlig fremd ist und dann in einer Mischung aus Faszination und Verblüffung die Augen bzw. Ohren für neue Optionen öffnet. …Er macht seinem Vornamen definitiv alle Ehre!

Merlijns leidenschaftliche Forschungen und Recherchen in allen Belangen der Beschallungstechnik sind erstaunlich, wann immer sich eine unverständliche Situation ergibt, die jedoch sicher erklärt werden kann, ein paar schlaflose Nächte später ist der Zusammenhang klar.  Hierbei verlässt er sich ebenso auf sein Gespür wie auf die geschätzte Meinung vieler Kollegen in aller Welt. Die Leidenschaft für schlaflose Nächte und endlose Diskussionen über Details teilen wir.

Wer glaubt, „das alles schon zu Wissen“ ist hier ebenso falsch wie in einem technischen Beruf selber. Wer sich auf die intensiven Tage mit Merlijn einlässt erfährt Inspiration und ansteckende Begeisterung durch einen der leidenschaftlichsten Trainer denen ich je begegnet bin. Part 1 und 2 sind gleichermaßen von hervorragenden didaktischen Aufbau in der Theorie, sowie vollgepackt mit praktischen Präsentationen die eine unmittelbare Überprüfung zulassen für die man im hektischen Arbeitsalltag selten die Zeit findet.

Allem Bestreben nach vermittelt Merlijn van Veen stets nachvollziehbares Grundlagenwissen welches, da legt er Wert drauf, alles seit ewigen Zeiten bekannt ist und keine Raketentechnik ist sondern simple Naturgesetze sind. Dem zu folgen setzt eine Begeisterung für das Thema voraus und verlangt einen hohen Grad eigenständigen Denkens ab. Wer auf der Suche nach einfachen Rezepten ist die er nach kochen kann wird hier eher nicht fündig. An dessen Stelle lädt Merlijn ein selber zu probieren und so seinen Werkzeugkoffer an möglichen Optionen zu erweitern. Wann immer möglich werden diese sofort praktisch erlebbar dargelegt. Die Methodik basiert auf folgenden Bausteinen. Treffe Vorhersagen aufgrund physikalisch, technischer Möglichkeiten. Plane, prüfe, verifiziere und verstehe Abweichungen. …und wenn nicht, denk halt so lange nach bis Du es verstanden hast!

Dieses Seminar gehört zu dem Besten, was man sich als Tonmensch gönnen kann!

Ich empfehle dringend allen Kollegen, die mit dem Gedanken spielen sich sofort bei Part-2 anzumelden weil sie schon genug Erfahrung haben, genau das nicht zu tun und vorher Part1 zu besuchen. Es gibt für jeden genug Aha Momente auch wenn sich die Agenda vertraut anfühlt. Man bedenke immer, man hat es hier nicht mit einem Lehrbeauftragten zu tun der eine Agenda durch rattert, sondern mit einem absolut Wahnsinnigen!

Im Folgenden möchte ich meiner von Herzen kommenden Lobhudelei noch ein paar Kernbotschaften des zweiteiligen Trainings anfügen die bei mir in besonderen Maße hängengeblieben sind und wohl bei jedem Teilnehmer etwas anders aussehen und hier keineswegs vollständig gelistet sind. 

Damit das ganze nicht zu trocken wirkt erzähle ich es Dir als „mehrteilige“ Geschichte die von zwei Protagonisten im Dialog geführt wird.

PROLOG

Jupp

Jupp ist 25 Jahre alt, hat seine Ausbildung zum Tontechniker an einer Privatschule abgebrochen und leidet, bzw. seine Umwelt leidet, seit seiner Kindheit an einem selbst antrainierten Sprachfehler, den er bei seiner Großmutter abgeschaut hat: Er beendet jeden Satz mit der Fragesilbe Ne. Ansonsten ist er ein prima Kerl. Seit er mitten in der 9. Klasse aus der Schule geflogen ist, hat er sich eine Menge über Tontechnik beigebracht. Seine Kollegen hassen oder lieben ihn. Im Wesentlichen hängt das aber mit seiner blöden Angewohnheit zusammen …ne? Er rockt nämlich so einiges weg, im Gegensatz zu Kalle, der sich gerne mal in Gedanken verliert und über Dinge nachdenkt, die sich Jupp nicht wirklich erschließen.

Kalle ist Mitte 50, hat so einiges hinter sich, geht aber so gut wie nie damit hausieren. Seine Komfortzone ist die Erfahrung. Hinzu kommt, dass er einfach alles und jeden kennt. Beide verbindet die Liebe zu ihrem Beruf. Jupp ist glücklich, wenn er Abends ins Dach schaut und sein Tagewerk begutachtet, Kalle hingegen ist nie zufrieden. Er findet immer noch irgendwas, das er ändern muss, und wenn er mal nichts findet, dann muss er etwas ausprobieren. Alle Kollegen sind sich einig, dass die beiden eigentlich nur zusammen funktionieren. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufälliger Natur und unbeabsichtigt.

Kalle

Sonntagmorgen 05:30

Jupp bimmelt Kalles Handy an. „Der Penner hat schon wieder verschlafen!“ Jupp steht mit dem LKW voller Material auf dem Marktplatz. Tagesziel: Beschallung für ein Public Viewing, und vorher spielt Kalles Top 40 Band „Sax Bomb“. Gut Kalle spielt hier im Grunde keine Rolle und schon gar kein Instrument. Trotzdem lässt er keine Gelegenheit aus von „seiner Band“ zu sprechen. Er mischt die Jungs seit dem ersten Tag und alle mögen seinen „Sound“. Wobei „Sound“ für Kalle alles bedeutet. Für die Band steht „Sound“ lediglich als Synonym für „ohne geht es halt irgendwie doch nicht“. Sax Bomb, dessen Name sich Außenstehenden nie wirklich erschließt, spielt in der Besetzung: Dreimal Saxophon, Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Dazu wechselt der Gesang, je nachdem wer von den „Auserkorenen“ gerade Zeit hat. Tragendes Element sind die drei Saxophone wobei alle ein Altsaxophon bevorzugen. Kalle bleibt überlassen, das irgendwie grade zu biegen.

06:30 PA aufhängen

„Hast Du schon wieder 0° benutzt?“, fragt Kalle als er den Ausdruck aus der Prediction Software rumliegen sieht.

„Ja klar wir haben 12 Module und knappe 35m. Da können wir heute richtig geile „Directivity“ bauen, …ne?“, antwortet Jupp.

Kalle errötet, aber nicht vor Scham: „Ich hab Dir doch schon 100mal gesagt, dass du so das Pattern vorne zerstörst, geh bitte auf 1° da muss ein bisschen Curving rein! Und denk an den Overshoot, sonst franselt es hinten wieder aus. Und ich will auch noch was hören. Lass uns noch kurz über die Ansteuerung nachdenken“.

Jupp, Wie aus der Pistole geschossen: „Was willst Du da groß nachdenken? Immer drei Module zusammen und fertig….ne?“

Kalle schüttelt den Kopf: „Du denkst von der falschen Seite aus, mein Freund. Es geht hier nicht um die Belegung der Amps, es geht um die Verteilung des Schalldrucks.“

Jupp rollt mit den Augen: „Ok, wir haben eine Zylinderwelle mit 3dB Pegel Verlust pro Entfernungsverdopplung, richtig…ne?

Kalle faltet langsam, aber entschlossen, den Report mit der eindeutig falschen Berechnung zusammen: „Jein, nur für die Frequenzen im Nahfeld die wirklich koppeln. Das kannst Du ganz einfach ausrechnen: Linienlänge im Quadrat mal Frequenz geteilt durch 700! Pass auf: Wir haben hier 3,15m Arraylänge. Nehmen wir mal was im unteren Drittel und vergleichen das mit dem oberen Drittel. Sagen wir 500Hz vs. 5kHz. Dann ist der Übergang ins Fernfeld bei 500Hz = 7m und bei 5kHz = 70m. Und weil ich faul bin, wähle ich die Frequenzen mit einer Zehnerpotenz Differenz. Verstehst du? Ha, ha, ha. Dann muss ich nur einmal rechnen. Die 3,15m stimmen auch nicht ganz. Weil wir das Array gebogen haben, müssen wir im Grunde eine Schnur anlegen und schauen wie lang das Array dann ist. Leider gibt uns die Prediction Software dieses Maß nicht, und die Hersteller quälen uns lieber mit aufwändigen Fresnel vs. Fraunhofer Berechnungen um den Voodoo um den ganzen Kram aufrecht zu erhalten.“

Jupp grinst: „Krass, das heißt, bei 7m Abstand von der Bühne wird die Snare schneller leiser als die HiHat…ne?“

„Ja genau“, sagt Kalle. „Aber nur ein Teil der Snare, der Teppich z.B. nicht. Außerdem ist das ja eine Saxophon Kapelle.“

„Allerdings…“, kann Jupp sich nicht verkneifen.

Kalle fährt ungerührt fort: „Die genannten 7m Abstand von der Bühne aus gesehen stimmen auch nicht. Du musst erst mal mit Pythagoras die b-Seite ausrechnen, wobei die Hypotenuse 7m lang ist. Achtung, jetzt wird es richtig abgedreht! Die meisten nehmen dann den Pickpunkt der PA, im Grunde muss man aber das akustische Zentrum nehmen. Das wiederum liegt bei dem Curving leicht hinter der PA, wo aber gar keine Schallquelle ist, ha, ha. Deswegen verschiebe ich den nach vorne, wo er die Banane schneidet und nehme näherungsweise einfach die Mitte der Banane. Wir haben hier auch ein kleines Rechenproblem: 7m ist die Hypotenuse, und 7m ist der Pickpunkt. Das können wir so gar nicht gebrauchen, weil der Übergang ins Fernfeld natürlich irgendwo auf der Flugstrecke in der Luft liegt. Und die Seiten a und c können nicht gleich groß sein, da es kein gleichseitiges, sondern ein rechtwinkliges Dreieck ist. Wir können jetzt die Hälfte der Arraylänge abziehen, also auf 5,5m mit der a Seite gehen, dann landen wir bei knapp 3,5m Abstand, Du kannst aber auch einfach den Disto nehmen und schauen, wo Du auf 7m ab Mitte Array landest, aber genug jetzt! Das ist gar nicht so wichtig, denn die Folgen sind viel wichtiger. Zurück zum Saxophon, die spielen ja alle Alt und die haben einen Grundton Frequenzumfang von ca. 100Hz bis 500Hz. Äh, merkst Du was? Du kannst hier hundertmal von Line Array und ominösen Zylinderwellen reden, doch am Ende soll ich heute 3 Altsaxophone transportieren. Was eh schon keine gute Idee ist, aber das ist eine andere Geschichte.“

Jupp krazte sich am Kopf: „Kalle, was willst Du mir eigentlich damit sagen…ne? Können wir nicht langsam mal in die Pötte kommen und das Ding ins Dach ziehen…ne?“

Kalle blickte verdutzt: „Was ich damit sagen will? Egal was wir hier machen: Das Baby wird über die Strecke die Tonalität ändern, kapiert? Sprich vorne klingt das Saxophon noch fett wenn ich damit fertig bin, aber hinten überwiegen zwangsläufig die Obertöne. Jetzt erzähl das mal den Vertriebsfuzzis, die meinen natürlich 6 Module reichen auch, weil das alle so machen, und glauben dann, ich könnte am Pult irgendwie zaubern.

Kurzes einvernehmliches Schweigen. Der Moment, wo sich auch Nichtraucher aus Verlegenheit eine Kippe anzünden möchten, dann nimmt Kalle den Faden wieder auf: „Zurück zum Array! Wir waren noch beim Linken der Module. Ich schlage vor, wir sollten das Array in Zonen betrachten.“

„In Zonen?“, fragt Jupp. „Wieso das denn? Mir haben die beim letzten Training gesagt, man soll das Ding grundsätzlich als Ganzes betrachten…ne. Sonst zerstört man die Wellenfront….ne?“

Kalle winkt ab: „Ach was. Quatsch, alles Panikmacherei. Du musst immer in Phasenwinkeln denken 120°-240° ist der Bereich wo es sich destruktiv addiert. Alles andere ist positive Addition. OK, vielleicht ändern sich minimal die Richtungen der „Finger“ im vertikalen Beam, aber hey: Die sind eh da, und die Vorteile überwiegen. Pass auf…siehst Du gleich.“

Kalle faltet den Zettel mit den Winkeln wieder auf und dreht das Blatt um.

“Also, wie teilen wir die Schachten jetzt auf? Wenn wir das Array grob in 3 Zonen unterteilen und betrachten, wie sich die Entfernungen unterscheiden, kommen wir vielleicht zu einer zielführenden Idee. Die unterste Zone sprich Module sind unsere 0 – Entfernung und wir schauen wie weit die mittlere und obere sich im Verhältnis dazu unterscheiden. So grob sind das in der Regel 2:1 in der Mitte und 3:1 hinten. Was macht das ausgedrückt in Pegeldifferenz?“

„Du meinst das mit den Fingern als Eselsbrücke…ne? wie war das nochmal?“, fragt Jupp.

Kalle strahlt wie ein Christbaum: „Genau, schaue dir deine linke Hand an: Der Daumen ist links. Der Daumen steht für ein 1:1 Verhältnis, da schreibst Du jetzt 0dB drauf. Der Zeigefinger steht für Wurzel 2 also 1,41:1. Da schreibst Du 3dB drauf, den nehmen wir Näherungsweise für 1,5:1 Verhältnisse wie: 2 Subwoofer bekommen noch einen 3. Bruder. Der Mittelfinger steht für 2:1 oder 2 Finger 1 Daumen. Also „Fuck You“ kostet 6dB. Der Ringfinger steht für ein Verhältnis von 3 Fingern zu 1 Daumen das sind 9,5dB. Runden wir auf 10 auf, weil die meisten Ehen so ca. 10 Jahre halten. Ringfinger und Ehe! Hey, eine verschachtelte Eselsbrücke! Der kleine Finger ist was besonderes, der sieht aus wie eine Eins und steht für 10:1 das sind 20dB. Das Ganze gilt für Feldgrößen wie Schalldruck oder Spannung. Zum Beispiel Leistungsgrößen bekommst Du als Zugabe geschenkt, einfach die Hälfte abziehen. So jetzt frage ich dich Jupp: Wenn die Mitte 2:1 ist und Hinten 3:1 im Verhältnis zur 0 vorne, wie viele Module schießen dann wohl am besten wohin?“

„Ja im gleichen Verhältnis am besten …ne?“, vermutet Jupp.

Kalle nickt: „Genau, nehmen wir doch einfach 1,2 und 3 = 6 Module, wir haben 12 am Start dann können wir verdoppeln auf 2 für Short-Throw, 4 für Mid-Throw und 6 für Long-Throw. Hast Du jetzt verstanden wie ich die Amps plane? Ist mir herzlich egal, wenn ich für die Mitte einen mehr brauche und unten quasi ein Modul verschwende. Jetzt erklär das mal einem Verkäufer der steigt ja schon bei 3 Modulen pro Amp Kanal aus wenn BiAmped ins Spiel kommt.“

„Ist denn jetzt alles gleich laut von vorne bis hinten…ne?“, sagt Jupp.

Kalles grunzt enttäuscht: „NEIN! Es ist doch hinten immer noch dreimal soweit weg wie vorne! Und auch am Übergang vom Nahfeld ins Fernfeld hat sich nichts getan. Nehmen wir die eben berechneten Frequenzen nochmal zur Hilfe. Bei 500Hz sind wir bei 7m Sichtlinie zur Banane im Fernfeld und verlieren 6dB mit jeder Wegverdopplung, wären wir drinnen würde sich noch ein höherer Anteil Diffusschallpegel vom Raum hinzugesellen, da dieser Frequenzbereich ja eine Punktschallquelle darstellt. Wir sind aber draußen und haben nur den Boden. Bei 5kHz gehen wir erst bei 70m ins Fernfeld über soweit wollen wir heute gar nicht, d.h. wir verlieren nur 3dB mit jeder Wegverdopplung und haben in der Mitte -3 und hinten ca. -4,5. Wenn wir die Zonen einzeln, also Solo geschaltet, messen, stellt sich das anders dar. Da haben wir dann -6dB in der Mitte und -9dB hinten. So kannst Du auch überprüfen, ob die Rechnung mit dem Nahfeld/Fernfeld aufgeht. Wir können dann das Gesamtarray optimieren, indem wir ca. 6dB Pegelverlust von vorne nach hinten über den gesamten Frequenzbereich gemittelt anstreben. Ansonsten kippt die Tonalität auseinander. Denk an die Saxophone! Wenn ich jetzt mit EQs arbeite, wird der Unterschied vorne zu hinten in der Tonalität zu groß und es klingt hinten zu dünn weil der LowMid Bereich eine Kugelquelle ist und der höhere Frequenzbereich durch Kopplung eher eine Zylinderwelle im Nahfeld. Für den Frequenzbereich wo die Tieftöner als Kugelschallquelle koppeln mit der Arraylänge muss ich natürlich per EQ gegenarbeiten und zwar für die ganze Banane.

Es bleibt also nur, den Short-Throw und Mid-Throw Bereich etwas abzusenken, um vorne und Mitte fürs Nahfeld im HF anzugleichen, das wären dann also -3dB vorne und -1,5dB in der Mitte. Nochmal in Ruhe: relativer Pegelverlauf im HF vorher: 0, -3, -4,5, HF nachher: 0, -1,5, -3, das heißt 3dB Differenz von vorne nach hinten für alle Frequenzen im Nahfeld. Das sind heute bei 35m Spiellänge ca. 2,5kHz aufwärts, wo sich das so ausgeht Alles darunter befindet sich im Übergang, beziehungsweise im Fernfeld, und fällt ja mit 6dB pro Entfernungsverdopplung ab. Die Gegenrechnung dafür ist einfach, nämlich doppelt so hoch wie das gerade berechnete im HF Nahfeld: Also 0, -3, -6. Verstehst Du jetzt warum weniger als 6dB Pegelabfall über alles hier draußen nicht ohne Tonalitätsverlust funktioniert?“

Jupp stutzt: „Moment mal…ne, wir haben ja jetzt hier das 8’’ Array, das bei 12 Modulen 3,15m lang ist, und gerade berechnet, dass es auf 35m, die wir hier schießen wollen, bei 2,5kHz abwärts im Fernfeld abdriftet…ne?. Wenn ich jetzt die 12’’ Module nehme, wäre die 12er Banane 4,5m lang, ist dann bei gleicher Situation wie hier die Übergangsfrequenz ins Fernfeld tiefer? So bei 1250Hz…ne?

Kalle wirkt stolz: „Korrekt! Aber versuche das mal dem Verkäufer zu erklären, der meint, nur ein bisschen Sprache übertragen zu wollen. Und dabei glaubt er, großes Holz ist nur für Rock`n`Roll. Der wichtigste Bereich für Sprachverständlichkeit ist ja 800Hz-3kHz.“

Jupp juckt es langsam in den Fingern: „Ist denn jetzt alles schön homogen von vorne bis hinten …ne?“

Kalle hebt die Hand: „Leider nicht ganz. Mit Line Arrays kaufst Du ja ein vertikales Pattern. Und egal wie gut das Ding konstruiert ist, ergibt sich immer ein Frequenzbereich, der vertikal enger bündelt als andere. Die Franzosen haben das schon 1992 in ihrem ersten Handbuch beschrieben. Das kannst Du auf S.152 nachlesen. Wenn Du jetzt von vorne nach hinten durchläufst oder misst, wirst Du diesen Bereich identifizieren. So liegt es nahe, mit einem EQ dort gegen zuarbeiten. Das ist natürlich völlig kontraproduktiv, weil Du am „Beam“ nichts änderst. Wir habe es hier ja nicht mit einem Pegelproblem zu tun, sondern mit einem Zeitproblem. Also müssen wir auch den Zeitkleber benutzen. Ich zeig Dir später beim Einmessen wie ich das mit 3 Allpassfiltern repariere, indem ich einen parametrischen Phasen EQ baue. Übrigens, je länger das Array, desto tiefer findest Du diesen „Beaming Frequency“ Bereich. Den sollte man also nicht mit der LF Ankopplung durch Arraylänge verwechseln! Das sind zwei parallele Probleme, die interagieren und separat repariert werden müssen.“

Jupp lacht: „Du bist ja irre, dann können wir jetzt endlich das Gerät aufhängen und einmessen …ne?“

Kalle: „Klar, vergiss nicht die Links zu ändern, 2×3 ist oben, 2×2 ist Mitte und 2 sind unten!“

Sonntagmorgen 07:00 Bass Puzzle

Jupp scharrt schon mit den Hufen und kann es kaum erwarten, Kalle mal wieder über die Schulter zu schauen. Wie ein hungriger Straßenköter starrt er auf die Holzschachtel mit Kalles handverlesenen Messmikrofonen. „Floor oder Stativ …ne?“,  fragt Jupp.

„Stativ!“ sagt Kalle.

Jupp stütz ungläubig die Hände in die Hüften.

„Wieso Stativ? Auf dem Boden hast du keinen Kammfilter durch die Bodenreflexion… ne?“

Kalle blickt noch nicht einmal auf, als er antwortet: „Ja, aber auf dem Boden sind die Füße, nicht die Ohren. Ich zeig Dir das gleich nochmal mit den Kammfiltern, jetzt mach erst mal die Subs parat.“

„Die stehen doch schon längst…ne?“, verkündet Jupp nicht ohne Stolz.

Kalle grinst ihn an: „Lass mich raten: Alle gleichmäßig verteilt und stumpf auf einem Feed?“

Jupp ihm Daumen hoch: „Ja logn… ne?“

„Pass auf“, sagt Kalle. „Wir haben 24 Stück, 1,35m breit, 57cm hoch und 70cm tief. Die Bühne ist 16m breit. Siehst Du das Haus dahinten auf 50m hinter der Bühne?

Jupp gibt ihm nochmal Daumen hoch: „Ja logn… ne?“

Kalle nickt zufrieden: „Gut. Da wohnt so ein Spacken von Anwalt, den sie im Studium so gemobbt haben, dass der sich jetzt mit Abmahnungen ´ne goldene Nase verdient. Wenn wir dem unsere Basskeule in sein Fratzengesicht ballern, würde mir das zwar Spaß machen, aber dann sind wir hier geliefert. Auflagen, du verstehst?“

Jupp lässt den Daumen verschwinden.

„Ja…ne? Kommt dann wieder die Melissa und macht die Pegeltante? Die ist echt süß… ne?“

„Ja!“, sagt Kalle.

„Was? Süß oder kommt sie…ne?“, fragt Jupp.

Kalle lacht: „Beides, naja, ähem. He,he!“

Jupp legt den Kopf schief.

„Läuft da was? Ich wusste es…ne?

Pass auf Alter: Never fuck the Business, you know…ne?”

Kalle antwortet: „Fuck Anglizismen. Und können wir jetzt endlich die scheiß Bässe dahin diskutieren?“

Jupp legt die Stirn in Falten. „Du willst diskutieren…ne? Ich wäre schon längst fertig… ne? Soll ich Dreierhaufen machen und einen drehen, wegen dem Spacken…ne?“

Kalle winkt ab. „Nee. Verhältnis 2:1 ist scheiße wegen der Pegeldifferenz. Der Typ schimmelt ja im Fernfeld rum, und da hört der dann zwei von vorne und nur einen von hinten. Das geht sich nicht aus. Pegelmäßig. Lass uns erst mal kurz rechnen, was auf die 16m Breite der Bühne mechanisch passt. Alle hochkant gestellt heißt 13,70m. Das ist schon mal nicht schlecht. Quer kommen wir mit 12 Stück auf 16m, aber da fehlen die Lücken. Und breiter können wir nicht bauen. Außerdem ist die Oberkante nur auf 1,15m statt auf 1,35m.“

Jupp wirkt langsam genervt: „Alter gehts noch? Wegen 20cm…ne?

Was überhaupt für Lücken? Können wir doch eine fette Reihe legen ohne Lücken. Das wird schieben…ne?

Kalle schüttelt den Kopf. „Ja, genau. Und zwar hinten!“

Jupp sieht ihn mit großen Augen an: „Hä? Das ist doch Cardio und mit 1:1 für vorne/hinten muss es doch voll ausgehen…ne?“

Kalle: „Nein!“

Jupp: „Wieso?“

Kalle setzt sich auf ein Case. Jupp weiß, dass es als nächstes ein blöder Spruch bezüglich seiner Intelligenz folgen wird.

„Ach, Jupp. Ich könnte es Dir erklären, aber dein Gehirn würde explodieren.

Les mal AES7992 von John Vanderkooy, der hat das schon 2010 genauestens beschrieben, scheint aber bis heute keinen zu interessieren. Sonst wären weder die Datenblätter falsch, noch die Beispielaufstellungen der meisten Hersteller.

Pass auf, die Frage ist: Wo ist bei so einem Subwoofer vorne? Also akustisch vorne, das akustische Zentrum! Der hat das genauestens beschrieben. Um das gänzlich zu verstehen bin ich zu blöd, hätte wohl doch Abi machen sollen, egal! Das akustische Zentrum befindet sich ca. ein Fuß – so um die 33cm rum – VOR dem Lautsprecher. Je größer, desto weiter davor. Deswegen drückt so eine lange Reihe auch so geil auf die Brust, verstehst du?“

Jupp stellt sich kurz vor, wie Kalles Kopf explodiert. Dann sagt er: „Macht Sinn! Ich habe mich auch schon immer gefragt, warum so große Haufen besser schieben, selbst wenn der Schalldruck der gleiche ist. Aber dann darf man doch auch keine Lücken bauen oder…ne? Wofür überhaupt jetzt die Lücken…ne?“

Kalle nickt. „Ja stimmt. Wenn es schieben soll, keine Lücken. Aber unser Ziel ist heute der Spackenfilter. Weißt Du noch, wie groß der Pegelunterschied hinter dem Inverted Stack Gradient Array sein darf damit das Ganze funktioniert?“

„Ja, eigentlich gar keiner…ne?“, sagt Jupp.

„Genau, schaffst Du aber nicht“, sagt Kalle. „ Alleine die Toleranzen der Schachteln liegen Minimum bei einem Dezibel. Und was heißt das für den Gesamtpegel nach der Addition bei 1dB Differenz und 180 Grad Phasenverschiebung?“

„Klar…ne? Das sind -20dB statt –unendlich…ne?“

„Genau! Um genau zu sein -19,3dB, aber wie gesagt: So genau sind wir nicht. Wenn wir innerhalb 1,5dB und 10Grad Toleranz bleiben schaffen wir -18dB, aber auch das wird wahrscheinlich nicht klappen heute, weil die Dinger wieder zu nah an die Bühne müssen. Ich bin ja schon froh, dass wir nicht drunter bauen müssen. Das geht eigentlich gar nicht. Aber auch der Meter Lücke davor müsste eigentlich sein, aber Ingo, dieser Ludenveranstalter, lässt da einfach nicht mit sich reden. Soll er sich halt mit diesem Spacken Anwalt rumschlagen weil es nicht leise genug ist.“

„Oder mit Melissa…ne?“, vermutet Jupp.

Kalle lacht: „Ha, Ha! Ja, genau. Dann lieber mit dem Anwalt! Der reagiert ja in der Regel auf Bestechung mit Luxushotel inklusive einem von Ingos Pferdchen. Bei Melissa keine Chance! Dafür wickelt die den Typ vom Ordnungsamt so was von um den Finger, nur weil der mal hier war und sie ihn die ganze Zeit mit ihren Möpsen verrückt gemacht hat.

Davon träumt der heute noch, wenn im Büro sein Telefon klingelt.“

Jupp scharrt immer noch mit den Füßen. „Du driftest ab, ich will noch frühstücken vor dem Soundcheck…ne? Was würde der werte Herr sich denn nun ob der Basslücken wünschen…ne?“

Kalle zeigt auf die Bühne. „Du baust bitte je zwei Stück auf eine Europalette und packst die Rollbretter dazwischen. Spanngurt, fertig. Du drehst bitte immer den rechten Sub von vorne.“

Jupp verdreht die Augen: „Jetzt sag mir nicht, dass links oder rechts gedreht anders klingt! Das ist hier kein Joghurt…ne?“

Kalle zuckt mit den Schultern. „Ich drehe halt gerne Rechte um. Was sagt die Mutter in Sachsen wenn sie nach ihrem Kind guckt?“

Jupp lacht. „Ist klar…ne? Ich geh mal nach dem Rechten schauen…ne? Alter, sooooo ein Bart! Wieso jetzt die Lücke mit den Rollbrettern?“

Kalle scheint stolz, dass Jupp sich nach der Finesse erkundigt.

„Wegen des akustischen Zentrums und der sich daraus ergebenden Entfernung und Symmetrie. Die Gesamtoberfläche wird größer, sobald man mehrere Lautsprecher unmittelbar nebeneinander platziert. Sagen wir, der hintere Subwoofer hat bei 33cm nach hinten sein akustisches Zentrum und der vordere entsprechend andersrum nach vorne, da hat der Pegel des vorderen Lautsprechers ohne Lücke eine längere Strecke bis hinten und ist dementsprechend leiser, ergo weniger Auslöschung. Klar kann ich das auch anpassen, denn ich habe ja immer noch Systemlimiter am FOH. Krasser wird das aber auch wenn man 3:1 Ratio baut wegen der Gesamtoberfläche des Konstruktes ohne Lücken im Vergleich zu 3 kleineren Oberflächen mit Lücken. Wir bauen ja heute 2er Paletten und bauen 1:1 im gleichen Verhältnis.“

„Die Limiter sind doch in den Amps…ne?“, fragt Jupp.

Kalle hebt den Zeigefinger.

„Ja, und was meinst Du was passiert, wenn ich die erst über den Input Gain absenke, und der tolle Limiter, der die Pappen schützt, das wieder weg normalisiert? Nein, das mache ich mal schön selber! Das ist das geile bei den Lake Gruppen. Den Threshold Offset mach ich im Modul und die süße Melissa bekommt ihren Saft über ne Gruppe gedrosselt, fertig.“

Jupp kratzt sich am Kopf.

„Sachmal kann das sein, dass die Subwoofer deswegen in der Prediction Software nach hinten -4dB machen, obwohl es Kugelstrahler sind?“

Kalle scheint verwirrt.

„Wie meinst Du das?“

Jupp setzt sich neben Kalle auf das Case.

„Pass auf! Ich war letztens bei einem Hersteller und habe eine Werksführung gemacht. Da stand ein Subwoofer genau in der Mitte von einem Drehteller, aber dann muss ja das akustische Zentrum in die Mitte! Und nicht einfach das Gehäuse…ne?

Sonst schiebt sich ein relativer Abstand auf einer variierenden Kreisbahn umher und aufgrund des unterschiedlichen Abstands zum fixen Messmikro ergibt sich eine entfernungsabhängige Pegelabsenkung…ne?“

Kalle nickt.

„Ja stimmt, aber ich glaube nicht, das jemand die Eier hat, das richtig zu machen und man Vanderkooy absichtlich ignoriert. Die Leute wollen ja Rückwärtsdämpfung. Und wer will schon schlechtere Lautsprecher bauen als die Konkurrenz. Es plötzlich korrekt zu messen und der Konkurrenz Unvermögen zu unterstellen, kannst du auch nicht, denn bis gestern hast du es ja selber so gemacht. Klassische Zwickmühle. Also besser mal wegignorieren! Apropos wegignorieren, schnall doch schon mal die Paletten ich berechne den Abstand der Haufen.“

Jupp rümpft die Nase. „Arbeitest Du auch oder denkst Du nur…ne?“

„Ich arbeite ausschließlich mit dem Gehirn“, betont Kalle. „Und jetzt an die Arbeit!“

Jupp geht zur Bühne und pfeift die Melodie von 00Schneider vor sich hin, während Kalle scheinbar sinnloses Zeug brabbelt: „So. 344/80Hz = 4,3m / 3 = 1,43m Abstand zwischen den akustischen Zentren der Subwoofer bei 80Hz und 1/3 Wellenlänge weil bei 120Grad noch eine saubere 0 Summierung stattfindet. Ich will ca. +10dB für die Sublevel zum Top! Das müsste sich ausgehen hoffe ich. Der halbe Subwoofer ist 28cm + 56cm für den ganzen gedrehten + 20cm Rollbrettlücke + nochmal 28cm für den nächsten halben, macht …hm…Zwischensumme 1,38m. Das macht dann 1,43m – 1,38m = 5cm zwischen den Paletten. Wir haben 12 Haufen also 11 Lücken, macht 55cm für die Lücken plus 12x 1,2m für die Palettenhaufen. Bämm! 15m perfekt! Wenn ich den Meter noch aufholen will, kann ich die Lücke vielleicht Richtung 15-20cm bekommen und mich der Rollbrettlücke annähern, die Übernahmefrequenz kann ich auch bei 75Hz machen. 1m verbleibender Platz geteilt durch 11 Lücken gleich 9cm plus die 5 die wir schon haben macht 14cm. Kurze Gegenrechnung mit 75Hz. 344/75Hz = 4,59cm / 3  = 1,53m …perfekt! …die 10cm zurückgewonnen, außerdem kommt es der Ankopplung der Tops mit den Subs zugute. Die will ich ja 10dB lauter anfahren. Mehr akzeptiert Melissa eh nicht.“

„UND…ne?“, ruft Jupp.

„14cm zwischen den Paletten bitte!“, antwortet Kalle.

„Bloß keine 15cm…ne? Herr Professor!“, kommentiert Jupp

 

– 15 Minuten Pause –

 

Jupp ist fertig mit den Subwoofern auf Paletten.

„Käffchen, Kalle? Ich muss mal durch atmen, ne? Ist ganz schön warm für die Uhrzeit.

Du sag mal stimmt das eigentlich, dass Cardio Subarrays nicht mehr so richtig tight klingen?“

Kalle nickt kurz, als er den Kaffee entgegennimmt.

„Ja, das stimmt leider, das Ziel ist es ja, hinter dem Subwoofer eine möglichst hohe Dämpfung zu erzielen. Das schaffst Du, wenn Du richtig gut bist, mit -15 bis -18dB. Für die -18dB musst Du dich in einem Korridor von +/- 1,5dB Pegelunterschied und +/-10Grad für das Verhältnis Front/Rear hinter dem Haufen bewegen. Das funktioniert auch hinter dem Sub Array homogen über den Frequenzbereich. Du misst hinter dem Sub Array und verzögerst den hinteren auf den vorderen bis du In Time und In Phase bist. Denk daran, dass die Steigung der Phasen übereinstimmt, sonst bist Du nicht in Time. Und vielleicht ein paar ganzzahlige Periodendauern daneben, dann invertierst Du die Polarität des hinteren Subwoofersignals. Die Pegel müssen möglichst exakt übereinander liegen. Denn wenn Du auch nur 1dB Differenz hast, ist die Auslöschung dahin, und Du bewegst dich ungefähr bei -20dB. Das betrifft natürlich den ganzen Verlauf des Amplitudenfrequenzganges. Falls Du Pegel verändern musst, brauchst Du auch Zugriff auf Limiter, um die Tresholds im gleichen Verhältnis zu ändern!“

Jupp verzog den Mund. „Kalle ich wollte eigentlich wissen, was vorne passiert. Wie man so ein Ding einmisst, weiß ich doch, ne?“

Kalle schüttelt den Kopf.

„Diese homogene Dämpfung hinten erkaufst Du Dir beim Gradient Array – egal ob Inverted Stack oder klassisch nach Olsen hintereinander – mit einer Verzerrung der Impulsantwort vorne. Es ergeben sich frequenzabhängige Keulen aus Pegelüberhöhungen und Auslöschungen. Geh mal auf 90Grad von so einem CSA Konstrukt und spiel was Impulsartiges wie eine schnelle Kick zu, dann hörst Du nicht einen Impuls sondern mehrere. Gehst Du jetzt vorne das Schallfeld ab, hörst Du, wie sich das Timing ändert. Und auch, dass hier und da im Pattern Frequenzen fehlen. Techno DJs sehen das sofort, wenn die Leute nicht auf Spielereien im Sub reagieren.

Oder stell mal den Drummer auf 90Grad, dann passt der plötzlich wie ein Wunder wieder zum Bass. He, he!“

„Krass, wieso macht man das dann überhaupt…ne?“ fragt Jupp.

„Wenn Du die Bühne ruhig haben willst oder den Raum nicht so anregen darfst, weil der Hallradius im Sub sonst zu klein ist, bleibt Dir keine Wahl“, erklärt Kalle. „Im Fernfeld hinter der Bühne ist das ganze Ding sowieso wieder `ne Kugel. Und wenn die Front/Rear Ratio nicht 1:1 ist, umso früher.

„Warum machen wir dann nicht Endfired heute…ne?“, fragt Jupp.

Nun verdreht Kalle die Augen.

„Wegen dem Spakenanwalt! Taktisches Ziel ist heute, dass der möglichst viel Ruhe hat. Das erkaufen wir mit schlechterem Sound für die Zuhörer. Bei Endfired schaffen wir die Rückwärtsdämpfung nicht in dem Maße. Bei Endfired ist es genau andersrum: Vorne homogen und maximale Addition. Hinten ein Polarpattern aus Nebenkeulen mit Addition und Auslöschungen. Salopp gesagt: Gradient bzw. CSA ist vorne scheiße, hinten löscht es sich schön homogen aus. Endfired macht vorne homogene Addition bis zur kritischen Frequenz, ist aber hinten scheiße.“

Jupp verschränkt die Arme: „Was meinst Du mit kritische Frequenz… ne?“

Kalle steht auf und reckt sich. „Schön, dass du fragst. Fangen wir vorne an, um das zu verstehen. Du wählst die Frequenzaus, auf die das Endfired Setup getuned wird. Das ist die Frequenz, bei der hinten eine maximale Auslöschung erreicht wird. Die Oktaven darüber und darunter erreichen diese Dämpfung nicht, da kommen wir gleich noch drauf zurück. Jetzt platzierst Du die Subwoofer im Abstand von 1/4 der Wellenlänge eben dieser Frequenz auseinander. Der Abstand gerechnet von akustischem Zentrum zu akustischem Zentrum. Dann stellst Du dein Messmikro nach vorne ins Schallfeld auf 0Grad und misst den hinteren Sub. Den Delaylocator stellst Du frei Schnauze ein und packst ihn dann nicht mehr an. Dann misst du den vorderen Sub und verzögerst ihn bis Du in Time und in Phase bist. Äh…das Thema hatten wir ja schon. Du landest dann hoffentlich bei 1/4 der Wellenlänge oder 90Grad der Tuning Frequenz in Laufzeit ausgedrückt. Nehmen wir 50Hz, Wellenlänge 6,86m, 1/4 Lambda ist dann 1,715m. Das ist erstens der Abstand zw. Frontgrill zu Frontgrill und zweitens braucht der Schall für 1,75m ca. 5,1ms. Wenn Du also bei 10ms landest und dich wunderst, warum die Steigung im Phasengang ungleich ist, weißt du jetzt warum. Oder nicht?“

„Weil ich nicht in Time bin, sondern ne halbe Periodendauer, bzw. noch ein Viertel daneben, ne?“, vermutet Jupp.

Kalle nickt. „Korrekt, aber das besprechen wir am besten gleich nochmal, wenn wir einmessen. Jetzt erst mal Line Check. Und vor allen Dingen Polarity Check bitte!

Der Gottfried hat letzte Woche wieder reconed. Du kennst ja seine rot/schwarz Sehschwäche.“

Jupp erstarrt in der Bewegung.

„Moment…ne? Das mit der kritischen Frequenz hast Du jetzt aber geschickt umschifft. Du solltest Politiker werden…ne?“

„Das war keine Absicht“, entschuldigt sich Kalle.

„Bei der Tuningfrequenz ergeben sich hinter dem Array die Phasendifferenz von 180Grad und die maximal erreichbare Auslöschung.“

„180Grad heißt komplette Auslöschung…ne?“

Kalle hebt die Hand.

„Nur wenn die Pegel exakt gleich sind. Bei 0,1dB Differenz nur noch -38dB und bei 1dB Differenz -19,2dB. Das hatten wir ja schon besprochen. Es geht ja jetzt um die kritische Frequenz, bei der sich hinter dem Array eine volle Summierung, und damit eine 8er Charakteristik ergeben. Das ist die Frequenz, die doppelt so hoch ist wie die Tuning Frequenz. Voll doof, wenn man eigentlich so etwas wie eine Nierencharakteristik als Zielsetzung hat. Das kannst Du dir einfach merken, wenn Frequenz A 180Grad Differenz hat, dann hat eine doppelt so hohe Frequenz B durch die Hälfte der Wellenlänge 360Grad Phasendifferenz. Und 360Grad heißt volle 6dB Addition, wobei Pegeldifferenzen wesentlich kulanter sind als Differenzen durch Auslöschungen. Wo wir grade bei Pegeln sind: Die erste Reihe Endfired bringt vorne +6dB, jede weitere nur noch +3. Mit den Auslöschungen hinten verhält es sich ähnlich. Die nehmen mit der Menge der Reihen zu.“

Jupp blickt verzweifelt. „Und nu…ne?“

„Ja dann darf man die Frequenz halt nicht zuspielen“, meint Kalle. „Die Grenzfrequenz und die Flankensteilheilt des Crossover Filters müssen passend gewählt werden. Und manchmal, aber nur manchmal, hilft auch noch ein Notchfilter. Dann nehmen wir mal den 1,7m Abstand Frontgrill zu Frontgrill für eine 50Hz Endfired Anordnung, die wir eben berechnet haben. Wie hoch ist dann die kritische Frequenz mit vollem Beam nach hinten?“

Jupp wie aus der Pistole geschossen: „Klar…ne? 100Hz, ne? Das liegt aber außerhalb unserer Trennfrequenz von 80Hz…ne?“

Kalle nickt. „Wenn der Filter 12dB/Oktave Flankensteilheit hat und bei 80Hz sitzt, sind die 100Hz bei 0,25 Oktaven nur mit -3dB darunter. Für die kritische Frequenz 2. Ordnung, welche bei 720Grad Phasendifferenz liegt – also 200Hz in unserem Beispiel -haben wir 1,25 Oktaven, und damit -15dB bei 200Hz im Vergleich zu allen Frequenzen unterhalb 80Hz XOver. Mit diesem Pegel blasen jetzt unsere 200Hz nach vorne und nach hinten als 8er Charakteristik.“

„Äh…ne?“

„Genau. So, und jetzt will ich die Subwoofer noch um 10dB in Relation zu den Tops anheben, damit es schön klingt. Equal Loudness Curves und so. Ja, viel Spaß mit dem Kammfilter zwischen Top und Subs! 100Hz sind dann +7dB und 200Hz -5dB im Subwoofersignal in Relation zum Top.“

„Und nu…ne?“, fragt Jupp.

Kalle:

Entweder wir nehmen einen steileren Filter mit 4.Ordnung, der kostet aber eine zu hohe Gruppenlaufzeit, oder wir arbeiten mit einem Notchfilter im Subwooferweg um diese Frequenzen gezielt zu dämpfen. Natürlich dürfen die nicht zu steil sein, da sich auch Frequenzen zwischen 360 und 240Grad konstruktiv Addieren. Ein Kompromiss aus Filter 2.Ordnung, steilem Notch bei 1.oder 2. kritischer Frequenz und einem PEQ unterhalb des 1. Notch könnten interessant sein. In der Verzögerungszeit hast Du auch noch ein bisschen Verhandlungsmasse, es muss ja nicht zwingend 180Grad sein, wenn es nur um die Pegelverteilung nach vorne geht. Da kann man sich auch gerne 30Grad Spielraum gönnen, um einen Kompromiss zwischen hinten, so gut es geht in der Tuningfrequenz, dafür nach vorne weniger Probleme bei der Tuningfrequenz. Dazu der Kammfilter mit den Tops. Aber wir machen ja heute kein Endfired wegen dem Spackenanwalt.“

Jupp nickt. „Na, dann…ne? Kann man eigentlich auch eine Inverted Stack Anordnung als Endfired betreiben?“

Kalle lacht kurz auf. „Ha. Klar, das machen die Franzosen auch so.

Da muss man dann halt die vorderen Lautsprecher auf die hinteren verzögern.

Durch die vorgegebene Gehäusegröße ergibt sich aber auch eine vorgegebene Tuningfrequenz. Nehmen wir mal an der Subwoofer ist 70cm tief und hat sein akustisches Zentrum 33cm vor dem Frontgrill Dann ergibt sich eine Wegdifferenz von 1,36m. Das entspricht einer viertel Wellenlänge der Tuning Frequenz, also 1,36 mal 4 gleich 5,44m. Das sind circa 63Hz, keine schlecht gewählte Tuningfrequenz, wie ich finde. Je nachdem, wo Du jetzt die Trennfrequenz hinsetzt, musst Du aber höllisch auf die kritische Frequenz achten. Und an die Notch Filter denken!“

Jupp ist noch nicht zufrieden. „Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen gestackten und geflogenen Subwoofern, wenn man mit solchen Inverted Stacks arbeitet?“

Kalle zieht die Augenbrauen hoch. „Oh ja! Auf dem Boden ist im Grunde alles vertikal symmetrisch, da die Bodenankopplung als Spiegelschallquelle hinzukommt. Wenn Du aber zum Beispiel den oberen drehst, dann wird der ja beim Gradient Array verzögert. Das zieht auch den Beam immer etwas nach oben, aber da steht ja keiner. Wenn Du es jetzt rauf ziehst ins Dach, dann ergibt sich bei unsymmetrischen Bauformen sofort eine Richtwirkung. Ich wäre also dafür sowas immer grundsätzlich symmetrisch zu bauen. Wenn du geflogene Subwoofer richten willst, mach es bitte gezielt.

„Ja und wie geht das…ne?“, fragt Jupp.

Kalle winkt ab. „Ganz einfach: Entweder einfach stumpft untereinander hängen und einzeln anfahren und verzögern. Nur dabei ergibt sich immer das Problem, dass Delays aus verschiedenen Richtungen relativ sind, und Du dir auch nach oben fiese Keulen baust.

Oder man baut z.B. 4x4er Endfired, die mechanisch um den gewünschten Winkel nach unten zeigen. Oder man kombiniert Inverted Stack Gradient mit dieser Endfired Anordnung. Dann aber bitte symmetrisch bauen, sonst blickst Du gar nicht mehr durch, wo du was hin beamst. Bei der französischen Variante muss man genau überlegen, was geflogen passiert. Wenn Du 3:1 baust und den Untersten drehst, sind ja die oberen drei verzögert, und du ziehst den Beam wieder nach oben. Ich würde das symmetrisch und mit 2:1 Ratio bauen. Dann schießt es grade. Wenn ich dann noch woanders hin beamen will, lieber das ganze Ding als klassisches Endfired. Wenn es um Hallradius in einer Arena geht, wobei Du mit einem Monster Mono Center arbeitest, ist folgendes interessant:  Je 8 Subwoofer untereinander, jeweils die Hälfte symmetrisch gedreht und manuell als echtes Inverted Stack Gradient einrichten. Das ganze 4x hintereinander als klassisches Endfired. Wenn Du jetzt noch den Beam nach unten ziehen willst, kannst du mit unterschiedlichen Pickpoint Höhen arbeiten. Nimm am besten je 2 d8+ Motoren. Dann ist Deine Berechnung nicht in Stein gemeißelt, denn es soll ja Hallenpläne geben die nicht so ganz exakt sind.“

Jupp nickt zustimmend. Dann fragt er: „Wo wir grade bei Sub Arrays sind…ne?

Bei so einer ellenlangen horizontalen Linie ergeben sich ja ein recht schmaler Öffnungswinkel und ein fetter Hotspot in der Mitte…ne?“

„Ja, stimmt“, sagt Kalle. „Philosophieren wir jetzt noch über das „Arcen“ bevor wir in die Pötte kommen? Du weiß ja, dass das bei mir ein Reizthema ist.“

Jupp grinst. „Komm einmal noch, dann kann ich mir das merken. Außerdem regst Du dich so schön auf…ne?“

„Na gut, nehmen wir mal unser Subarray aus 24 Schachteln. Jetzt stellen wir uns vor, die stehen einfach stumpf alle nach vorne in einer graden Linie. In der Mitte nach vorne ergibt sich für alle Frequenzen ein Hotspot, weil sich durch die Symmetrie alle Frequenzen beim gleichen Phasenwinkel treffen. Der horizontale Öffnungswinkel ergibt sich aus der Arraylänge, also in unserem Fall 16m. Die betrachten wir einfach als Wellenlänge und rechnen sie in eine Frequenz um, also 21,5Hz…und tada! Das ist unser horizontaler Öffnungswinkel in Grad, also 21,5 Grad beim -6dB Punkt. Das ist natürlich viel zu eng, um die seitliche VIP Tribüne hier ansatzweise zu treffen, aber da kümmern wir uns beim Einmessen drum. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten da ran zu gehen. Erstens mechanisch, zweitens elektronisch. Mechanisch bedeutet, wir definieren uns einfach eine Kreisbahn mit dem erforderlichen Radius. Wenn Du in Süddeutschland bist, musst Du aber eine Ellipse nehmen. Sonst drehen die alle am Rad, he, he. Das ist jetzt nach vorne raus schön homogen und zerstört auch nicht die Impulsantwort. Das erkaufst Du dir jedoch mit Hotspots nach hinten, da sich die gleiche Summierung wie eben nach vorne auch nach hinten ergibt. Das ist natürlich blöd, wenn Du damit den Schlagzeuger abschießt.“

„Wieso? Der freut sich doch, wenn er ordentlich Rumms im Sack hat, dann spar ich mir den Drumfill – Sub…ne?“

Kalle blickt milde. „Tja, Jupp, und wann kommt das Geschoss da an?

Erstens ist es so ca. 6m weg. Das macht schon die ersten 18ms. Dann müssen wir das Baby ja auch noch in der Phasenlage auf die Tops angleichen. So kommen locker nochmal so 6ms drauf, plus Wandler, plus Pult, plus Processing. Das sind nochmal gerne 6ms. Das kannst Du nur machen, wenn Du bei der Band aussteigen möchtest. He, he, ich weiß wovon ich rede, ich war auch mal jung.“

„OK, OK, verstanden“, sagt Jupp. „Was ist denn mit der elektronischen Variante, nehmen wir die…ne?“

„Tja. Perfekt wird das leider auch nicht“, sagt Kalle. „Jetzt erkaufst Du dir die Ruhe hinten mit einer verschmierten Impulsantwort vorne. Analog zu dem, was wir beim Gradient Array schon besprochen haben. Nimm zwei Lautsprecher, stell sie nebeneinander und verzögere einen. Jetzt stellst Du dich rechts neben den Haufen. Schon kommt der eine früher an als der andere. Stellst Du dich aber auf die andere Seite, ist es genau andersrum, und der verzögerte Lautsprecher kommt noch später an. Das ist natürlich gar nicht gut für die Impulstreue! Mechanisch passiert das nicht. Am besten nimmst Du dir ein Blatt Papier, und malst Dir das zweimal untereinander auf. Einmal für jede Betrachtungsposition, dann macht es Klick.“

„Kann man da gar nichts machen…ne?“

Kalle verschränkt die Arme und brummt: „Mmh. Ah, doch. Ein bisschen reparieren kann man das schon, aber das Problem bleibt bestehen.“

Beide schweigen.

Dann steht Jupp auf. „Spann mich nicht so auf die Folter, ist noch früh heute…ne?“

Kalle legt den Kopf schief. „Wie soll ich Dir das jetzt in zwei Minuten erklären?

Also erst mal die Grundvoraussetzung: Wir segmentieren das Array in einzelne Zonen mit eigener Ansteuerung und Delay-Option. Wir berechnen per Kreisbahn oder Ellipse Delayzeiten für die einzelnen Zonen. Dann ergibt sich genau das Problem der verschmierten Impulsantwort. Insbesondere in der Mitte, wo es im Grunde ja am besten sein sollte. So nun zum Optimieren: Kennst Du die Fensterfunktionen aus der digitalen Signalverarbeitung? Rechteck, Hann, Hamming, Blackman-Harris, Raised-Cosine und so weiter?”

„Ja, schon mal gehört, aber keine Ahnung was das ist“, sagt Jupp. „Du weißt doch: Pierre Littbarski Realschule Köln Kalk…ne?“

„Wie konnte ich das vergessen. OK, Du hast einen Abtastwert.

Die Fensterfunktion beschreibt mit welcher Gewichtung dieser in die anschließende Berechnung einfließt, alles höhere Mathematik. Auch nicht so mein Ding.

Der Wert ist natürlich im ganzen Zeitraum gleich, also 1 und außerhalb des Zeitraums 0. Das ist ein Rechteckfenster. Es entstehen spektrale Nebenkeulen um die vielfachen der Abtastfrequenz. Diese Keulen beschreiben im Grunde das gleiche Problem, das wir in der letzten Stunde mit den Subwoofern hatten. Nur in der Antennentechnik mit wesentlich höheren Frequenzen. Aber, hey! Wir Tonfuzzis denken ja immer, wir hätten ein neues Universum entdeckt mit Line Arrays und Beamsteering. In der Antennentechnik ist das ein alter Hut. Warum also nicht mal was probieren was dort auch gemacht wird: Über die Pegelverhältnisse, mit denen wir die einzelnen zeitverzögerten Subsignale zuspielen, eben diese Fensterfunktionen zu legen? Durch Try and Error mit verschiedenen Fensterfunktionen führt der Prozess zu möglichst gleichen horizontalen Öffnungswinkeln bei allen Frequenzen unseres Subarrays. Jetzt du!“

Jupp ist sichtlich beeindruckt. „Krass Alter! Du bist wahnsinnig…ne?

Sag nicht, Du hast da wieder so einen Excel-Kalkulator gebaut?“

Kalle winkt ab. „Nee, das hat schon so ein wahnsinniger Holländer gemacht. Das kannst Du auf seiner Webseite runterladen. So S.A.D so S.A.D, würde der amtierende amerikanische Präsident twittern.“

„Können wir denn jetzt endlich Einmessen…ne?“

„Ja! Bau du schon mal auf. Ich muss grade mal Kaffee wegbringen.“

…Fortsetzung folgt!

Im nächsten Teil messen Kalle und Jupp das System ein.

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Ich danke meinem lieben Kollegen Tom Fuhrmann der mich inspirierte das ganze als Geschichte zu erzählen und meinen Text lektorierte. Ich weiß zwar nicht was das ist, aber es scheint so was änliches zu sein wie Mastering, denn jetzt ist es besser als vorher.

Tom schreibt eine mehrteilige Kurzgeschichte aus dem virtuellen Tourleben der Band „The Sparkles“ die in unregelmäßigen Abständen bei den geschätzten Kollegen der Kern+Orth+Kling Audioplanung GbR auf der Webseite im Blog veröffentlicht wird.

Zieht es Euch rein, Toms Schreibstil ist um einiges geübter als meiner!

Hier geht es lang:

https://audioplanung.de/blog

Schnappt Euch auch eines seiner Bücher mit spannenden Geschichten aus der Veranstaltungsbranche.

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